Ernährung als beeinflussbarer Faktor für Gesundheit und Krankheit
Der Körper kann nur aus den Stoffen bestehen und funktionieren, die ihm täglich zugeführt werden. Ernährung ist deshalb kein nebensächlicher Teil der Lebensführung, sondern eine wesentliche Grundlage körperlicher Regulation. Dabei geht es nicht um eine bestimmte Ernährungslehre, sondern zunächst um eine einfache Frage: Bekommt der Körper das, was er braucht, und wird er gleichzeitig mit Stoffen belastet, die er auf Dauer nicht ausreichend ausgleichen kann?
Wie stark sich Ernährung auf die Gesundheit einer Bevölkerung auswirken kann, zeigte sich in Finnland. In Regionen mit einer besonders hohen Zahl von Herzinfarkten wurden die alltäglichen Ernährungsgewohnheiten gezielt verändert. Familien wurden dabei unterstützt, anders einzukaufen und anders zu kochen. Dadurch veränderte sich nicht die genetische Ausstattung der Menschen, sondern das, was Tag für Tag auf den Tisch kam. In der Folge ging auch die Belastung durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich zurück.
Dieses Beispiel zeigt einen wichtigen Grundsatz ganzheitlicher Behandlung: Nicht jede Ursache einer Krankheit lässt sich verändern. Eine genetische Veranlagung kann bestehen bleiben. Entscheidend ist deshalb, die Faktoren zu erkennen, auf die tatsächlich Einfluss genommen werden kann. Ernährung gehört zu den stärksten dieser beeinflussbaren Faktoren, weil sie nicht gelegentlich, sondern jeden Tag auf den Körper einwirkt.
In meiner Heilpraxis in Koblenz wird Ernährung deshalb nicht nach einem starren Schema beurteilt. Entscheidend ist, welche Beschwerden vorliegen, welche Gewohnheiten sich entwickelt haben und ob bestimmte Nahrungsmittel den Zustand des Patienten möglicherweise aufrechterhalten oder verstärken. Schon eine gezielte Veränderung einzelner Bestandteile kann zeigen, ob sich die körperliche Regulation dadurch verbessert.
Wenn eine alte Trauer das gegenwärtige Leben bestimmt
Belastende Erfahrungen können lange zurückliegen und dennoch das gegenwärtige Leben beeinflussen. Das äußere Ereignis ist vorbei, aber der innere Zustand, der dadurch entstanden ist, kann fortbestehen. Der Betroffene hat sich möglicherweise an diesen Zustand gewöhnt und erkennt selbst nicht mehr, wie sehr er sein Denken, Fühlen und körperliches Befinden bestimmt.
Eine Patientin hatte zwanzig Jahre zuvor ihr Kind verloren. Sie hatte mit kaum jemandem über diesen Verlust sprechen können und war über all diese Jahre in ihrer Trauer geblieben. Im Rahmen der Behandlung wurde deutlich, dass nicht nur die Erinnerung an das verstorbene Kind vorhanden war, sondern dass sie innerlich noch immer in dem damaligen Trauerzustand feststeckte.
Dieser Zustand wurde gezielt behandelt. Dabei ging es nicht darum, die Erinnerung an das Kind auszulöschen oder die Bedeutung des Verlustes zu leugnen. Verändert wurde die innere Bindung an die Trauer, durch die das vergangene Ereignis über Jahrzehnte hinweg in der Gegenwart fortgewirkt hatte. Nach der Behandlung löste sich die Trauer auf, ohne dass die Erinnerung an das Kind verloren ging.
Das Beispiel zeigt, dass einem Menschen nicht nur Nährstoffe, Schlaf oder körperliche Erholung fehlen können. Er kann auch etwas in sich tragen, das er nicht verarbeitet und nicht losgelassen hat. Eine ganzheitliche Behandlung berücksichtigt deshalb neben körperlichen Belastungen auch alte emotionale Zustände und die Frage, ob ein vergangenes Erlebnis die gegenwärtige Lebens- und Gesundheitsstruktur weiterhin bestimmt.